Fuerteventura

(30.11. - 07.12.17)

Als ich beim Landeanflug aus dem Flugzeugfenster sah, war ich ein bisschen entsetzt. Wow. Alles braun.

Fuerteventura

Zugegeben, ich hatte mich nicht im Geringsten auf meine Woche auf Fuerteventura vorbereitet. Ich wusste, es wird warm, und ich wusste, ich geh baden, und der Rest sollte sich ergeben. Da ich Jules, die Freundin, die ich während meiner Ape-Tour 2017 auch auf Fehmarn traf, besuchte, musste ich mich noch nicht einmal um eine Unterkunft kümmern.

Hätte ich mich informiert, hätte ich gewusst, dass Fuerteventura, nach Teneriffa die zweitgrößte der kanarischen Inseln, eine einzige Steinwüste ist. Machte aber nichts, so lernte ich es eben vor Ort, wie noch einiges mehr: Fuerteventura hat gut 100.000 Einwohner, jedes Jahr über 2,2 Millionen Touristen und 35.000 wilde Ziegen. Die Touristen sind zum erstaunlich großen Teil deutsch - eine regelrechte deutsche Exklave! - und von denen vergisst ein erstaunlich großer Teil gern mal die Badesachen im Hotel... Während also meine Landsleute ihre nackigen Hintern in der Sonne brutzelten, füllte ich meine Tage mit Wassersport, z.B. Stand up Paddling in den Wellen mit Blick auf den Sonnenuntergang über Jandia. Herrlich! Und ich lernte noch mehr:  Beim Surfcenter "Surfer's Island" machte ich einen Anfängerkurs im Wellenreiten. Der Lehrer war echt klasse, ich war .... Sagen wir so: Das Surfen hat gezeigt, dass ich besser beim Tauchen bleiben sollte.

Also rein in Flossen und Maske, denn was es an Land an Leben nicht gibt, das gibt es hier unter Wasser. Beim Schnorcheln sah ich alles, vom Barrakuda bis zur Grundel, und meinen ersten Engelhai! Mit Bennos (Jules Lebensgefährte) neuer Harpune konnten wir uns sogar Papageienfische für's Abendessen jagen! Also Benno hat gejagt, ich natürlich nicht, ich hab ja gar keine Lizenz dafür... Danach machten wir Lagerfeuer am Strand - also HÄTTEN gemacht, denn das ist ja nicht erlaubt. Über diesem Lagerfeuer haben hätten wir dann die selbst durch Benno harpunierten Fische gegrillt, zusammen mit Stockbrot, und es war wäre sicher super lecker gewesen!

Zweieinhalb Wanderungen waren während meiner Woche auf der Insel auch drin, zweimal entlang der Küste, einmal auf eine Anhöhe. Meerblick gibt es eigentlich von überall aus. Es gibt auch fast überall mangelhaft ausgezeichnete Wanderwege, aber man kann auch einfach querfeldein über's Geröll laufen. Da fällt einem dann wieder auf, wie wenig dort lebt. Ich war schon in der Wüste Arizonas und da gibt es wenigstens  ein paar Eidechsen, Skorpione, hier und da ein Vögelchen, was eben so dazugehört. Auf Fuerte gibt es außer garstigem Stachelgebüsch nichts. Nagut, die Ziegen (Während meiner Zeit dort war gerade Saison für Babyziegen ***). Und Atlashörnchen - kleine streifenhörnchenartige Nager, die wegen ständiger Anfütterung in den Touristengebieten sogar fast handzahm sind. Aber selbst wenn gerade um einen her nichts lebt, so sieht man doch den strahlend blauen Himmel, das noch blauere Meer und nachts einen traumhaft schönen Sternenhimmel - trotz beleuchteter Autobahn. So eine Wüsteninsel hat eben auch Vorteile.

Ein Urlaub auf Fuerteventura eigenet sich für:

Geologen, Wassersportler, Wüstenfreunde, Sonnenanbeter

 

Nach mehr als einer Woche wird's wahrscheinlich langweilig für:

Wanderer, Botaniker, Partypeople, Mehrzweckreisende

 

Fuerteventura ist nicht wirklich geeignet für:

Kulturis, Hitzeempfindliche

 

Musik von und für Fuerteventura:

 

Camila Cabello - Havana (zu meiner Verteidigung: während der Sammlung wusste ich noch nicht, dass das Lied in Deutschland auch in den Radios rauf und runter läuft)

 

Martin Jensen - Miracles

 

Pignoise - Interrogante

 

 

Flüge kompensiert mit: Atmosfair